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Bretagne im Herbst 2005



Erster Tag


Am eine Dienstagnachmittag im September ging es los. Wir fuhren über München Richtung Stuttgart und nach dem Aichelberg haben wir bei Holzmaden die Autobahn verlassen. Am Urwelt-Museum sollte man parken können. Das hat uns aber nicht sonderlich gefallen und wir sind aus dem Ort wieder Richtung Autobahn rausgefahren. Gleich danach geht links eine Strasse zum Steinbruch für die Hobbysteinklopfer rein und da gibt es einen kleinen Parkplatz. Dort haben wir die Nacht verbracht,allerdings ziemlich laut weil die Autobahn noch ganz gewaltig zu hören war. Um 6 Uhr morgens war dann auch die Nacht zu Ende und wir machten uns wieder auf die Socken um vor dem Berufsverkehr an Stuttgart vorbei zu sein.


Das haben wir auch ohne Probleme geschafft und auf der Autobahn nach Karlsruhe haben wir dann unser Frühstück nachgeholt. Und dann noch schnell einem türkischen LKW-Fahrer den Weg nach Donaueschingen gezeigt, denn der Arme Kerl war hoffnungslos überfordert und konnte weder Deutsch oder sonst noch was. Ein freundliches teschekür ederim war dann der Dank.

Weiter gings nach Achern und über die Grenze nach Frankreich. An Strassburg vorbei und bei Phalsbourg dann auf die N4 und weiter Richtung Nancy. Wir sind durch die Stadt Richtung Süden gefahren und wollten etwas entlang der Moselle fahren um für die Mittagspause einen schönen Platz zu finden. Wir fuhren durch Neuve Maisons entlang der D909 und nach Maron bogen wir links ab, über das alte Bahngleis und hatten auch schon einen sehr schönen Rastplatz gefunden.

Der ganze Platz entlang der Mosel wird anscheinend Freizeitmässig im Sommer sehr genutzt. Es gibt aber keine Ver- und Entsorgung und die Zufahrt ist für grössere Wohnmobile auch etwas problematisch weil eng und viele Äste im Weg sind.

Und weiter ging es auf der sehr gut ausgebauten N4 Richtung St. Dizier und auf der D384 und später auf der D400 über Brienne le Chateau nach Troyes. Nun wechselten wir auf die N60 nach Sens wo wir zuerst auf einem Campingplatz übernachten wollten. Der war aber schon dicht und deshalb einfach noch weiter, obwohl es schön langsam dunkel wurde. Nach einigen Kilometern kam rechts ein kleiner Ort mit dem Namen Vernoy und der hatte neben der Kirche einen Parkplatz. Also WOMO hingestellt und in absoluter Ruhe die Nacht verbracht.

Wir freuten uns schon auf ein frisches Baguette am Morgen, denn neben der Kirche war eine Bäckerei. Doch zu früh gefreut, denn der Bäcker macht erst um 9 Uhr auf und das war uns einfach zu spät. Also Frühstück mit Schwarzbrot und dann gaben wir wieder Gas.

Die Fahrt ging weiter nach Montargis und Orleans. Eigentlich wollten wir die Stadt umfahren, aber wieder mal die falsche Abfahrt erwischt und schon waren wir mittendrin. War auch gut so, ist für später mal unbedingt einen Halt wert.

Wir dachten, entlang der Loire auf der N162 müsste es doch wunderschön sein, aber dem war nicht so. Immer wieder durch irgendwelche Dörfer und von der Loire war nicht's zu sehen. Diese Strasse führt nach Blois und die kann man auch getrost vergessen und dafür lieber die Autobahn nehmen. Aber dann, die Strasse entlang der Loire von Blois nach Tours ist es wieder Wert zu fahren. Man fährt auf dem Hochwasserdamm, es geht flott voran und man hat schöne Ausblicke auf die Loire. So z. B. bei Amboise auf eines dieser wunderbaren Chateaus die es hier gibt.

Auch Blois wäre einen Aufenthalt wert, aber unser Ziel wollten wir ja heute noch erreichen. Nach Tour weiter auf der N152 und dann später auf die A85 Richtung Angers und über die Loire auf einer tollen Autobahnbrücke an Nantes vorbei. Und nun zum Endspurt auf die Ile de Noirmoutier wo wir von Freunden erwartet wurden. Zuvor mussten wir aber noch irgendwo Wasser fassen, der Tank war fast leer. Entlang des Weges, in Beauvoir sur Mer gibt es einen grossen Stellplatz mit Toiletten und Waschgelegenheit. Ausserdem mussten wir uns noch im Supermarkt mit Wein, Pastete usw. eindecken. So ausgerüstet, waren die letzten Kilometer bis zum Ziel dann kein Problem mehr und gegen 19:45 Uhr waren wir dann endlich da.


Ile de Noirmoutier


Diese Insel ersteckt sich über 20 Km Länge ins Meer hinaus und ist über eine grosse Brücke zu erreichen. Am Ende der Insel ist der Ort Noirmoutier en L’ Ile und hier gibt es einen grossen Parkplatz der zugleich Stellplatz ist. Für die Ver- und Entsorgung sind in 2 Säulen vorhanden und Strom gibt es ebenfalls an den Säulen (wenn man daneben parken kann!). Für die Nachsaison war noch erstaunlich viel los. Auch mit dem Fahrrad kann man schöne Touren unternehmen. Zumindest ein Campingplatz war noch offen (bis ca. 15. Okt.). Es gibt hier ein Chateau mit Museum zu besichtigen und man kann auch zu Fuß viel unternehmen. Man kann die Insel bei Ebbe anstatt über eine grosse Brücke auch über die „Passage du Gois“ erreichen, ca. 5,5 Km durch’s Meer.


Bilder aus Noirmoutier

Ebbe am Kanal welcher zum Meer führt

Am Grossparkplatz von Noirmoutier

Meersalzgewinnung





Rad- und Spazierweg von Noirmoutier Richtung Meer





Sonnenuntergang am Kanal neben dem Parkplatz




Sonntag, 02.10.05 Wir haben uns entschlossen an das westliche Ende der Insel, nach L’Herbaudiere zu fahren, ca. 6 Km entfernt. Kurz bevor die Strasse im Ort eine Rechtskurve macht, ist links ein Stellplatz mit Ver- und Entsorgung und einem Toilettenhäuschen, vom Meer aber noch durch einen grossen PKW Parkplatz getrennt. Hier parken wir ein und machen uns auf den Weg für einen längeren Spaziergang am Meer entlang nach rechts. Wir sehen einen schönen Campingplatz mit direkter Aussicht auf’s Meer.

Der Campingplatz an der Westspitze von L'Hebaudiere


Am Strand von L'Hebaudiere - Stellplatz mit Blick zum Meer - Sonnenuntergang am Atlantik

Montag, 03.10.2005, Am Morgen noch mal mit dem Fahrrad runter zum Hafen von L’Herbaudiere, eine Runde gedreht und dann haben wir die Insel verlassen. Eigenlich wollten wir an der „Passage du Gois“ nur mal schauen wie das so ist, wenn eine Strasse durch’s Watt geht. Aber mit ganz vorne parken war nichts, da war kein Platz mehr und schon fuhren wir durch's Meer, welches sich aber, vermutlich vor Schreck als es uns gesehen hat, zurückgezogen hatte. Nun gab's kein Zurück mehr und wir mussten weiterfahren. Die Strasse ist teils betoniert, geteert oder gepflastert und gut zu befahren, wenn man mal davon absieht dass der Unterboden doch seine Ladung Salzwasser abbekommt. Keine Angst daß man "baden" geht, es gibt grosse Anzeigen für Ebbe und Flut. Am anderen Ende aber dann ran an den Parkplatz, die Räder raus und wieder einen Kilometer zurück um noch einige Bilder von dieser einmaligen Passage in den Kasten zu bekommen.

Nach diesem nicht alltäglichen Erlebnis ging es weiter auf der D213 nach St. Nazaire. Und wir müssen wieder über die Loire auf einer gigantischen Strassenbrücke. Wir sahen links einen Supermarkt (Auchan) und entschlossen uns da mal reinzuschauen. Auf dem Grillspiess hingen wunderbare Grillhendl und eines davon gehörte uns und wurde auch gleich auf dem Parkplatz verspeist. Vermutlich gehörte es noch zu den glücklichen Hühnern welche frei laufen durften und auch ein stattliches Gewicht erreichten (nicht so mickrige Dinger wie bei uns!). Wir fuhren weiter nach Guerande. Eine mittelalterliche Stadt, noch komplett umgeben von einer gewaltigen Stadtmauer mit historischem Innenleben.

Aber wir hatten keine Lust auf Stadtbesichtigung bei dem schönen Wetter, umrundeteten deshalb nur die Stadtmauer und fuhren Richtung Meer nach Le Croisic. Dort gibt es zwar eine schöne Strasse welche direkt an der Küste entlang führt, aber WOMO’s die dort parken werden nicht so gerne gesehen. Also drehten wir wieder um und fuhren durch die Sümpfe auf die andere Seite der Bucht. Dort führte eine Strasse zu der Landspitze „Pen Bron“. Am Ende der Strasse welche auf dem letzten Kilometer mit einer Schranke am Abend abgesperrt wird, befindet sich eine Reha- bzw. Neurologische Klinik. Aber davor ist für die Badegäste welche links oder rechts an’s Meer wollen ein grosser langer Parkplatz. Und hier konnten wir ungestört übernachten, bis dann um 7:30 Uhr immer mehr Autos Richtung Klinik fuhren. Aber die müssen arbeiten und wir machen Urlaub, also kein Problem.


Dienstag, 04.10.2005 Und weiter geht es Richtung Norden bei schönstem Herbstwetter Richtung La Turballe und Piriac sur Mer. Und siehe da, es ist Wochenmarkt und wir beschlossen einen kleinen Einkauf und wurden auch fündig. Mit einem Stück Seeteufel, Jakobsmuscheln, Gemüse und was man sonst noch braucht. Unser heutiges Ziel war Arzon am Golfe du Morbihan. Hier gibt es am Ortseingang in Kermor einen "sehr grosszügigen" Stellplatz (Strom, Wassser, Entsorgung, alles frei). Womo abgestellt, Fahrräder raus und eine Tour durch den Ort und zum Hafen. Und am Abend wurde der Tisch gar fürstlich gedeckt, mit besagtem Seeteufel, St. Jakobs-Muscheln und einer guten Flasche Wein.



Mittwoch, 05.10.2005 Der nächste Tag begann mit strahlend blauem Himmel, jedoch aus Richtung Festland kamen die ersten Wolken und der Himmel war im nu wieder bedeckt. Wir entschlossen weiterzufahren, zur Halbinsel Quiberon. Zuerst ging es nach Vannes und dort fanden wir nach einigem Suchen und etwas weiter weg vom Zentrum einen Parkplatz für unser Womo. Also wieder die Räder raus und rein in’s Zentrum. Eine wirklich sehenswerte Stadt mit einem gewaltigem Dom, vielen Fachwerkhäusern und einer reichlich sortierten Markthalle.

Bilder aus der wunderschönen Altstadt von Vannes

Ein Fischhändler in der Markthalle und ein Blick auf das Tor zur Altstadt

Nach der Besichtigung zurück und Weiterfahrt nach Locmariaquer um hier Zeugnisse der monolithischen Kultur zu besichtigen, den „Table des Marchands“ und den „Grand Menhir brisé“. Es ist immer noch ein Rätsel wie man es vor ca. 4500 Jahren v. Chr. geschafft hat, solche Grabstätten zu errichten. Ein Monolith mit ca. 280 to. und 21 m Höhe wurde damals aufgerichtet, wie das weiss keiner. Leider ist er mal umgefallen und nun liegt er seit tausenden von Jahren in 3 Trümmern am Boden rum.




Blick in die Grabkammer




Der "Table des Marchands" und nebenan der in 3 Teile zerbrochene Megalith


Danach ging es weiter zum Tagesziel auf die Insel Quiberon. Hier gibt es an der Atlantikseite eine wunderbare Strasse entlang der Küste. Und diese ist sehr beeindruckend, mit schroffen Felsabstürzen und feinsandigen Badebuchten. Bei Kerne gibt es einen grossen Womo-Stellplatz und hier haben wir in absoluter Ruhe die Nacht verbracht. Leider hat es das Wetter nicht so gut gemeint und es war sehr diesig.


Bilder von der Küste auf Quiberon


Donnerstag, 06.10.2005 Nachdem der Morgen auch noch grau in grau war beschlossen wir weiter gen Norden zu fahren, und zwar über Crozon nach Camaret.
Das liegt wiederum auf einer Landzunge, gegenüber von Brest. Auf der Fahrt Richtung Auray (D768) liegt rechts eine kleine Bar und der Besitzer sammelt anscheinend Wurzelstöcke und hat alles rund um seine Hütte alles damit dekoriert.
Wir machten noch kurz Station in Quimper, besichtigten das Zentrum und fuhren dann weiter Richtung Camaret. Hier gibt es einen schön angelegten Stellplatz in der Nähe zum Meer.
Die Küste wird gealtiger und die Felsabstürze sind mittlerweile schon sehr hoch. Anscheinend auch für Kletterer sehr anziehend, denn am Point de Pen Hir kamen uns auf einmal 4 Mann mit Seilen und Kletterausrüstung direkt aus den Felsabstürzen über dem Meer entgegen. Ideales Gelände um den Küstenabschnitt mit den Fahrrädern zu erkunden. Dirket beim Stellplatz sind die „Alignement de Lagatjahr“ mit 140 Menhiren. Die längste Reihe davon mit 42 Menhiren genau auf 30 Grad ausgerichtet. Auch hier weiss man nicht genau was die Anlage bedeutet, nur dass sie auch schon über ca. 4500 Jahre alt ist.

herrliche Badestrände und steile Felsabstürze

Die wilde Küste der Halbinsel von Camaret, die Menhire und die Kirche am Hafen

Samstag, 08.10.2005
In den Morgenstunden gab es dann mal zur Abwechslung etwas Regen, aber das war’s dann schon wieder. Wir machten uns fertig und sind mit dem Womo runter nach Camaret gefahren. Zuerst in’s Cafe und schnell noch im Internet die Wetterlage begutachtet. Da es im Süden auch nicht viel besser sein wird, beschlossen wir hier im Norden zu bleiben. Doch zuerst noch zum Point de Espagniol rausgefahren. Dieser liegt Brest direkt gegenüber, aber leider waren die Sichtverhältnisse nicht besonders gut und der Himmel war Wolkenverhangen. Von dieser Landzunge zurück nach Crozon und über Telgruc an den „Plage de Trez Bellec“. Ein ganz flacher und sehr grosser Sandstrand und da die Sonne wieder teilweise rausgekommen ist, beschlossen wir hier zu bleiben weil man direkt am Meer stehen kann. Am späten Abend kam dann doch noch etwas Regen, aber nicht lange. Die Nacht,begleitet vom Meeresrauschen war ansonsten ruhig und am Morgen wieder fast blauer Himmel.

Der Strand bei Ebbe und bei Flut

Sonntag, 09.10.2005
Auf geht’s, weiter nach Roscoff auf direktem Weg. In der Nähe von Sizun liegt Lampaul Guimiliau mit einer bemerkenswerten Kirche. Dieser Abstecher ist es wert, das Bauwerk und um vor allem die phantastischen Schnitzereien der Altäre zu bewundern. Es führt zu weit hier in weiteren Details zu schwelgen, aber einige Bilder sollen zeigen was es hier zu sehen gibt.

Aussen und Innenansichten dieser wunderschönen Kirche


Weiter ging es nach Roscoff, aber das war nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten, auch nicht der Stellplatz. Ziemlich schräg und eigentlich keine Aussicht. Die hatte man allerdings von der davor auf einem Hügel liegenden Kapelle St. Anne. Siehe Bilder nebenan (®)
Bemerkenswert in dieser Gegend ist der Gemüseanbau, insbesonders die vielen grossen Felder mit Artischocken. Nachdem wir noch ein bisschen in der Gegend rumgekurvt sind haben wir uns dann am wunderschönen Womo Stellplatz in St. Pol de Leon eingefunden und standen mit der Schnauze direkt Richtung Wasser. Der Tiedenhub wird hier immer grösser und ich schätze mal so auf 6 Meter. Auf alle Fälle war die Bucht vor uns fast leer und erst am späten Abend kam wieder die Flut. Fahrräder raus und auf zur Rundfahrt bis zur Mole. Es war wunderschön und das Wetter hat auch noch gepasst.

bei Ebbe am Abend und dann bei Flut am Morgen



Montag, 10.10.2005

Nach einem tollen Sonnenaufgang über der Bucht vor unserem Fahrerhaus wollen wir heute zu unserem nördlichsten Punkt der Reise, zum Le Mont Saint Michel am Rande der Normandie. Die Fahrt ging über die Autobahnähnliche Nationalstrasse vorbei an St. Brieuc und direkt zum Ziel. Parken im Watt für 8 Euro (gerade mal wieder Ebbe) und zu Fuß hinein in’s Getümmel. Es geht vermutlich genauso zu wie in Neuschwanstein. Wo man hinschaut Japaner oder Chinesen oder sonstige Asiaten. Und über dieses Bauwerk brauche ich auch nichts zu schreiben denn ich glaube dass es jeder zumindest vom Bild her kennt. Einfach imposant. Am Abend wurde dann das Kloster noch festlich angeleuchtet und es sah wirklich toll aus.





Anfahrt über den Damm zum Mont Saint Michel

Ein imposanter Anblick


Dienstag, 11.10.2005
Viel weniger toll war dann die Nacht. So gegen 03:30 Uhr klopfte eine völlig aufgelöste Deutsche an unser Wohnmobil, sie wurden gerade überfallen. Geld, Papiere, Handy und Laptop weg. Und es war wieder die alte Masche. Türen im Ducato nicht extra gesichert und deshalb Einstieg über die Beifahrertüre. Und als die lieben Leuten dann bemerkten dass da einer im Womo rumsteht hatte der schon alles in der Hand und den Geldbeutel unter dem Kopfkissen rausgezogen und war wieder weg. Wir stellten ihnen natürlich unser Handy zu Verfügung und dann ging eine lange Telefoniererei mit Deutschland los. Geholfen hat dann primär der ADAC und die EC-Karte konnten sie auch sperren lassen. Wir wurden schon ein paar Tage vorher von einem anderen Womo-Fahrer gewarnt dass dieser Parkplatz nicht sicher ist. Gott sei Dank hatte ich die Ketten angelegt und auch die Aufbautüre gesichert. Da dies der einzige Bruch in dieser Nacht war vermute ich, dass es auf die fehlende Sicherung der Beifahrertüre zurückzuführen war was die Typen natürlich festgestellt hatten.



Empfehlung: Wer auf Nummer sicher gehen will, dem sei der Campingplatz „Haliotis“ in Pontoroson zu empfehlen. Von da aus sind es noch ca. 7 Km zum Mt. Saint Michel. Eine schöne Anlage und mit Swimming Pool. Man muß zwar das Parken am Klosterberg 8 Euro berappen oder man fährt mit den Rädern oder Bus. Aber der CP ist zum wohlfühlen.



Die Aufregung war groß, die Nachruhe hin, aber später konnten wir dann doch noch etwas Ruhe finden. Nach dem Frühstück Abmarsch von diesem "gastlichen" Ort Richtung St. Malo und zum Cap Frehél. Als erstes Ziel haben wir uns den „Menhir de Champ-Dolent“ (bei Dol de-Bretagne, D795) ausgesucht, 9,50 Meter hoch und auch wieder viele tausend Jahre alt. Die Fahrt ging weiter nach Cancale und da ist das Zentrum der Austernzucht. Also das Womo auf den gerade neu angelegten WOMO-Stellplatz oberhalb des Hafens abgestellt, die Räder raus und in ein paar Minuten waren wir unten am Hafen. Nach eingehender Prüfung aller Speisekarten haben wir uns dann ein schönes Lokal ausgesucht und dazu ein schönes Mittagessen.



Menhir de Champ-Dolent





Weiter ging es nach Rotheneuf, wo am 31. Dezember 1491 Jacques Cartier geboren wurde. Er war der Entdecker Kanadas. Ausserdem kann man am Ende der rue Abbé Fouré, an einer Klippe mit sanfter Steigung die teils recht skurile Felsskulpturen des Abbé Fouré (1839 - 1910) bewundern. Nachdem der Gemeindepfarrer im Alter von 30 Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte, der in halbseitig lähmte und stumm machte, zog er sich als Einsiedler an diesen Ort zurück und bearbeitete dort über 25 Jahre lang die grauroten Granitfelsen. Zu erkennen sind Dämone, Piraten, Ungeheuer, Jungfrauen und Fantasiewesen.




Und nun noch bis zum Cap Frehél und dann ist Schluss für heute, der Tag war aufregend genug. Und siehe da, wen haben wir auf dem Parkplatz getroffen: die „Ausgeraubten“. Sie verbrachten viel Zeit bei der Polizei, haben aber auch bis Mittag ihr Geld aus der Heimat bekommen und ansonsten den Rest geregelt bekommen (war aber nicht einfach, vor allem wegen der Sprachprobleme).






Mittwoch, 12.10.2005

Nach einer sehr ruhigen Nacht war der Morgen bewölkt. Wir gingen zu Fuß noch bis zur Spitze des Cap Frehél das mit einer atemberaubenden Steilküste endet. Hier ist ein Vogelparadies und das sieht man auch an vorgelagerten Felsen, sehr gut weiss gedüngt!! Kaum zurück, begann es zu regnen. Aber trotzdem entschlossen wir uns noch heute nach Tregastel zu fahren. Der Womo-Führer versprach wunderschöne Küstenabschnitte und die haben wir auch gesehen. Leider hatten wir zu Anfang teils noch heftigen Regen, das Wetter wurde aber wieder besser und es war bis zu 21 Grad warm. Die Fahrt ging über Sables d’Or und Erquy Richtung St. Brieuc und weiter an der Küste nach St. Quay-Portrieux, einem Zentrum für die St. Jakobs-Muscheln.
Als wir dann am Point de l’Arcouest waren, hatten wir auch schon die wunderschöne „Rote Granitküste“ erreicht und wir machten eine Pause. Da kam auch noch die Sonne ein bisschen zum Vorschein und wir hatten einen herrlichen Blick auf das Meer und die vorgelagerten Felsinseln.
Über Treguier fuhren wir nach Perros-Guirec und Plumanach nach Tregastel. Dieser Küstenabschnitt sei jedem empfohlen der in diese Gegend kommt. Leider begann es dann am Abend wieder zu regnen und wir konnten nichts mehr unternehmen. Hier gibt es am Orsteingang (neben der Tennisanlage) einen grossen Womo-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung. Er liegt zwar direkt an der Strasse, aber trotzdem war die Nacht recht ruhig, wenn man mal vom Regen absieht.

Entlang der Küste bis Tregastel

Die bretonische Landschaft und das Meer zeigen zwischen Perros-Guirec und Trébeurden einen besonderen Reiz: Die Rosa Granitküste.

Côte de Granit Rose



Donnerstag, 13.10.2005
Am Morgen kein Regen, wenngleich der der Himmel auch noch grau war. Nach dem Frühstück wieder die Räder raus und los gings durch Tregastel zur Küste. Und was wir hier zu sehen bekamen war einfach phantastisch. Wie schön mag dann dieser Abschnitt erst noch in der Sonne sein. Die Felsformationen aus rotem Granit sind absolut eigenwillig und imposant zugleich.
Auf Grund der Wetterlagen beschlossen wir nun wieder Richtung Süden zu fahren und haben unser Tagesziel in die Gegend von Loriet verlegt. Es gab dann auch wieder Regen und zu Mittag fuhren wir am Ortsende von Mousertu an einer Bar mit Restaurant vorbei, „Chez Sylvie“. Es waren jede Menge LKW’s und Fahrzeuge von Handwerkern davor. Also nichts wie rein. Wir hatten zu tun um einen Platz zu bekommen und es war einfach super. Für 10 Euro ein Menue mit Vorspeisenbüfett, Jambon d’O, Käse, Dessert und Kaffee und auch noch wahlweise Wein, Cidre oder Wasser. Nein da kann man nicht meckern! Keine Fertiggerichte, alles regionale Produkte und davon reichlich auf dem Teller.
Einen Abstecher vor Le Faouet machten wir dann noch zur „Chapelle St. Fiacre“ aus dem 16. Jahrhundert. Vor allem der Lettner mit seinen Holzschnitzereien ist ein Kleinod für sich und absolut sehenswert. Es gibt eine deutsche Beschreibung dafür in der Kirche.





Der Lettner (von lat.: lectorium Lesepult, Kanzel) ist eine steinerne oder hölzerne Barriere, die anstelle der Chorschranke in vielen alten Kathedralen, Kloster- und Stiftskirchen den Altarraum vom restlichen Kirchenschiff abtrennt. Im späten Mittelalter war der heutige Lettner als das Doxale bekannt.







Eine ganz andere Besonderheit hat Le Faouet bei der Einfahrt in den Ort noch zu bieten. Ein Renter, mittlerweile 81 Jahre (2005) macht sich einen Spass daraus seinen Garten auf seine eigene Art zu gestalten. Immerhin bleiben viele stehen, schauen und fotografieren. Beim einem Gespräch mit einem Anwohner habe ich erfahren dass er seine „Gartengestaltung“ schon seit seiner Pensionierung betreibt und viel Freude daran hat, wenn die Leute seine "Kunstwerke" bewundern. So kann man seinen Lebensabend auch sinnvoll gestalten.





Des Rentners Gartenkunst

Freitag, 14.10.2005
Und weiter ging die Fahrt und wir kamen auf über 4 Km Länge bei den Alignements de Kerzerho und den Dolmen de Crucuno bzw. von Menec vorbei (entlang der D781). Hier stehen insgesamt über 4000 tausend Steine mehrreihig über die ganze Länge. Es bleibt ein Rätsel und es wird eines bleiben und es wäre doch interessant zu wissen, was die Leute von damals bewogen hat solche Steinreihen aufzurichten!

Endlose Steinreihen (franz. Alignements) bei Menec.

mehr Info's dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Carnac




Wieder vorbei an Vannes und weiter nach Kermor, wo wir auf den uns bereits bekannten Stellplatz wieder unser Nachtlager aufschlagen wollen. Auf diesem Weg liegt In der Nähe von Sarzeau einige Kilometer abseits das Chateau de Suscinio, eine Burg aus dem 13. Jahrhundert. Diese wurde vor vielen Jahren zum Teil sehr aufwändig restauriert. Davon sieht man dann bei der Besichtigung einen sehr informativen Videofilm.






Nachdem wir den Stellplatz erreicht haben und das Wetter noch immer wunderbar war, kamen die Räder raus und wir sind Richtung Kerners gefahren. Wir hatten einen wunderbaren Blick auf den Golf von Morbihan der mit sehr vielen Inseln gesegnet ist und ein riesiges Freizeitparadies darstellt. Zwischenstation haben wir dann noch am Hafen von Arzon gemacht wo wir bei strahlendem Sonnenschein an einer Bar noch einen Cocktail genüsslich geschlürft haben bevor wir zurück zum Stellplatz gefahren sind.

Der Himmel hat sich über Nacht wieder zugezogen und wir haben uns für heute als Ziel die Insel Noirmoutier gesetzt. Also wieder zurück dahin, wo wir vor 2 Wochen in etwa angefangen haben. Wir fuhren wieder über Guerande, der mittelalterlichen Stadt (wie bereits erwähnt). Diesmal haben wir einen kurzen Stop eingelegt und einen kleinen Spaziergang unternommen. Bei St. Nazaire fuhren wir mal kurz im Wolkenbruch und erreichten bei spätem Sonnenschein den Stellplatz bei Noirmoutier. In dieser Nacht sind hier über 70 Wohnmobile gestanden, alles lauter reiselustige Franzosen.

Sonntag, 16.10.2005
Zwar etwas bewölkt am Morgen, aber dafür schon wieder warm. Mittagessen im Womo ist ausgefallen, dafür waren wir wieder im gleichen Lokal wie vor 2 Wochen. Mut hat er der Koch, denn ich habe mir eine Fischplatte der ausgefallenen Art bestellt: Sauerkraut mit Seeteufel, Lachs, Muscheln, St. Jakobs-Muscheln und noch ein Fisch (??). Es hat hervorragend geschmeckt. Nach soviel Essen war Radfahren wieder angesagt. Bei traumhaften Wetter eine Runde an’s Meer und da war mal ausnahmsweise Flut und das Wasser ging bis zur Oberkante.

Figur an einer Hauswand in Guerande



Montag, 17.10.2005
Weitergefahren nach L’Herbautiere und am Stellplatz das Womo abgestellt. Und weil es so schön war, wieder auf die Fahrräder und 2 schöne Touren unternommen.

Dienstag, 17.10.2005

Die Zeit in der Bretagne geht zu Ende und wir beginnen die Heimfahrt. Doch Schreck am Morgen, den die Bäcker die es hier gibt haben Ruhetag bzw. Urlaub. Also ohne Frühstück nach Noirmoutier auf den grossen Parkplatz und beim Bäcker erst mal was besorgt und damit konnten wir auch frühstücken. Wir sind dann zuerst noch nach L’Epine gefahren, denn da soll es auch einen Stellplatz geben. Den haben wir auch gefunden, direkt am Strand aber kein Platz frei. Freundliche Franzosen haben uns gesagt dass sie bald fahren und wir einparken könnten. Danke, aber leider fahren wir nach Hause.

Da gerade mal wieder Ebbe war beschlossen wir nochmals durch die „Passage du Gois“, also durch’s Meer zu fahren. Uns hätte da bald der Schlag getroffen auf diesen 5 Kilometern. Zu Hunderten links und rechts der Strasse die Leute im Watt beim rumscharren und Suchen nach Meeresgetier und unzählige Autos neben der Strasse im Watt geparkt. Wahnsinn, dass muss man gesehen haben.

Zielvorgabe für heute war direkt nach Angers und dann auf der rechten Seite entlang der Loire bis Saumur. Und auf dieser Strecke begann es dann auch wieder mal zu regnen, sozusagen es goß aus Eimern. Einen Stop, kurz vor Saumur haben wir dann noch eingelegt, bei einem „Schwammerlmuseum“, wie wir als Bayern sagen würden.



Links und rechts der Loire gibt es sehr viele Tuffsteinhöhlen in den ansteigenden Hügeln. Diese entstanden hauptsächlich im 15. Jahrhundert, da der Tuffstein für den Bau der Schlösser gebraucht wurde. Seit Anfang des Jahrhunderts werden diese Höhlen und Gänge auch für die Champignonzucht benützt. An anderen Stellen sieht man auch bewohnte Tuffsteinhöhlen. Wir haben auch noch ein Hotel gesehen dass seine Zimmer unter anderem auch in den Höhlen hat. Diese werden heute vielfältig genutzt und wenn man die Strasse entlang fährt, entdeckt man immer wieder Neues.

mehr Info's dazu: http://www.musee-du-champignon.com/

In Saumur haben wir keinen Stellplatz gefunden, dafür gibt es aber einen wunderschönen Campingplatz, direkt an der Loire und mit Blick auf das imposante Schloss, welches aber gerade teilweise restauriert wird. Er befindet sich auf der Ile d'Offard und ist gut ausgeschildert. Direkt daneben ist das öffentliche Schwimmbad.


Blick vom Campingplatz auf das Schloss von Saumur


Mittwoch, 19.10.2005
Nach einer ruhigen Nacht zuerst von Saumur in’s Hinterland, zum „Chateau de Montreuil-Bellay“. Der Ursprung dieses Schlosses geht in das 13. Jahrhundert zurück. Wir hatten das Glück, alleine eine Führung zu bekommen und was wir zu sehen bekamen war grandios. Vielleicht mochte uns die Dame, welche die Führung machte, denn zum Schluss führte sie uns noch in einige Privatgemächer dieses Schlosses, welche sonst niemand zu sehen bekommt. Wir waren natürlich restlos begeistert und ich bedauerte nur, dass ich leider keine Bilder machen konnte. Mit den Bildern im Kopf, von diesem prunkvollen Ambiente der verschiedenen Zimmer, zurück in die bescheidene Serienausstattung unseres Wohnmobils.

Hier noch ein Link zu ein paar Bildern vom Inneren des Schlosses: Chateau de Montreul-Bellay



Der Hunger nagte und auf dem Parkplatz vom Schloss Ussè war die Gelegenheit eine Pause zu machen. Das Schloss mit seinen befestigten Türmen und seinen Türmchen ähnelt einem Märchenschloss. Es wurde im 15. und 16. Jahrhundert erbaut. Und dort haben wir auch erfahren dass unser Rauchmelder im Wohnmobil bestens funktionierte. Denn Speck anbraten ohne die Dachluke zu öffnen, das war im zuviel und er jaulte lautstark.








Ein Schloss war noch auf dem Programm, allerdings nur der Garten. Nennen wir es mal „Gemüseschloss“, mit richtigem Namen heisst es „Chateau de Villandry“ und wurde 1536 mit seinem Garten fertiggestellt. Den Besitzern war es wohl zu einfach, im Schlossgarten nur Blumen zu pflanzen, nein es mussten ca. 80000 Gemüsepflanzen sein, wie Rotkohl, Mangold, Karotten, Kürbisse usw. Diese werden nach ausgeklügelten Pflanzplänen gesetzt und absolut geometrisch angeordnet. Diese Art der Bepflanzung geht auf das Mittelalter zurück und ist nur zur Zierde des Gartens. Die Mönche in ihren Klöstern liebten es, Gemüsebeete in geometrischen Formen anzuordnen und mit hochstämmigen Rosenstöcken zu verschönen. In ihrer Gesamtheit gehören die Gärten von Villandry sicher zu den weltweit originellsten Gartenanlagen und sind Gegenstand vieler Betrachtungen zur Gartenbaugeschichte. Wenn man das sieht, da haut es einen glatt von den Socken. Aber auch der Rest der Gartenanlagen ist einfach super, wie man an den Bildern auch gut erkennen kann.




Link zur Internetseite vom Chateau Villandry



Die Fahrt ging weiter nach „Chaumont sur Loire“ wo vor dem Ort eine eine ruhige Nebenstrasse am Ufer der Loire entlang führt und dazu einlädt, die Nacht zu verbringen.

Donnerstag, 20.10.2005
Wir verlassen die Loire und begeben uns nun direkt auf die Heimreise. Von einer Umleitung in der Nähe des „Lac de Der-Chantecoq“ (nach St. Dizier) wusste ich noch dass ich da Wohnmobile gesehen habe. Und es hat sich rentiert dahin zu fahren. Scheint im Sommer ein grosses Touristenzentrum mit „Base Nautique“ zu sein. Auf alle Fälle viele Parkplätze und Ver- und Entsorgungsstation vorhanden. Allerdings Frischwasser nur mit Chip und den bekommt man beim "Office de Tourisme" während der normalen Öffnungszeiten.


(St. Dizier Richtung Troyes:vor Frampas auf die D55 abbiegen und beim Wasserturm rechts rein, bei den ersten Häusern wieder links durch den Wald und dann auf das Schild achten)

Freitag, 21.10.2005
Den Heimweg wollten wir nicht mehr über Stuttgart machen und sind deshalb bei Nancy Richtung Vogesen und Colmar gefahren. Und dann ging es auch schon über die Grenze bei Freiburg und nach dem Tittisee bei Löffingen wussten wir noch vom Jahr vorher einen Stellplatz beim Waldbad.

Samstag, 22.10.2005
Und der Rest ist schnell erzählt: Über die B31 Richtung Lindau, München und dann war ein wunderschöner Urlaub zu Ende und wir sind wieder zu Hause auf den Parkplatz gerollt und haben das Womo abgestellt.

FAZIT: Bretagne, wir kommen wieder ! Vor allem für WOMO’s eine hervorragende Infrastruktur. Man kann täglich ver- oder entsorgen denn es gibt sehr viele Stellplätze. Natürlich auch Halteverbote für Womo’s, aber ich glaube die gelten mehr in der Hauptreisezeit. Wir hatten nirgendwo irgendwelche Probleme (wenn man mal von St. Michel) absieht, standen auch alleine oder im Pulk und fühlten uns eigentlich immer sicher. Hilfreich für die Tourplanung war auch das Buch Mit dem Wohnmobil in die Bretagne von Jürgen Engel, WOMO-Verlag. Wir haben viele nützliche Tips und Tourenvorschläge übernommen.



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Last update: April 2016